Philosophie als Experiment

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in Verbindung mit dem

Forschungskreis Lebensphänomenologie

(Freiburg i. Br.)

lädt ein

zum Seminar

Philosophie als Experiment

28./29. Januar 2017

in

Röthenbach a.d. Pegnitz / Nürnberg (“Der Schnackenhof”)

Faltblatt zur Veranstaltung:

Philosophie als Experiment (PDF)

 

Philosophie als Experiment ist Gebrauchsanweisung, Kochrezept, Reiseführer und Anleitung zum (Un)glücklichsein in einem. Es lockt Begriff und Theorie aus den Büchern heraus und erweckt sie zum Leben. Der Ort der Versuche ist dabei das Leben selbst. Es ist nicht die Bibliothek, nicht das Lesen oder Denken, sondern das Ausprobieren, Scheitern und Gelingen im Alltag.

So kann man mit dem Recht auf eigene Tatsachen experimentieren. Die einfache Formel dafür lautet: „Es ist wahr, weil ich es sage“. Der Philosophische Begriff hierfür ist die Tautologie, nach der etwas aufgrund seiner Form allein wahr ist. Was in der Praxis zu Ärger und Verdruss führt, macht aber in der Formel „etwas ist gut, nur weil es ist“ Sinn. Epikur nannte diese Tautologie Ataraxie und meinte damit den Aufstieg der einfachen zur gehobenen Tatsache.

Sind die Tatsachen auf ewig unbedingter Neutralität verpflichtet, so gilt das nicht für die Freude an sich, bloß weil man ist. Der schwer kranke Mensch, der seine Krankheit überwunden hat, wird sich so an der bloßen Tatsache zu leben erfreuen. Er freut sich nicht über dieses oder jenes, sondern schöpft sein Behagen aus dem Sosein. Auch wer in eiskaltes Wasser baden geht und nach kurzer Zeit wieder heraus kommt, der wird einige Minuten später eine Glückseligkeit in sich aufsteigen fühlen. Die sonst unbeachtete Tatsache, einen Körper zu besitzen, wird zur Lust und nimmt sich das Recht auf eigene Tatsachen heraus.

Ganz klassisch fängt die Philosophie lebendige Erfahrungen zwischen zwei Buchdeckeln ein und macht sie zur Theorie. Daraus gibt es kein Entkommen mehr, denn Buch und Theorie finden ihren Platz in der Bibliothek, wo die Bücher nur noch untereinander Kontakt haben. Sie verkehren nur noch mit ihresgleichen, werden gelesen, zitiert und kommen höchstens wieder in anderen Büchern vor.

Den umgekehrten Weg kann man gehen, nimmt man sich die zunächst ganz abstrakten Begriffe wie Inkarnation, Kinästhese, Zeitbewusstsein, Modus und Transzendalität vor. Das wird im Seminar geschehen und öffnet so einen Weg in die Praxis, in der die Philosophie ganz selbstverständlich zum Ereignis wird.