Der Sinn des Leidens in der Mystik

Sinn_Leidens_Cover_midDas schnellste Tier, das den Menschen zur Vollkommenheit trägt, ist nach Meister Eckhart das Leiden. Zu Beginn des mystischen Weges bei Eckhart steht also die Ahnung, dass im Leiden mehr zu finden ist, als bloßes Unglück. Eine dunkle Lust findet sich im Leiden oft heimlich darin, sich an der Lebendigkeit des Ärgers, des Weinens oder der Traurigkeit zu erfreuen. Beethoven setzte die Lust an der Wut musikalisch um, Johann Sebastian Bach den Genuss am Traurigsein (Matthäuspassion) und am Weinen („Meine Tränen, meine Seufzer“). Auch im Alltag geht man oft altem Groll und Problemen nach, um sich im Ärger daran lebendig zu fühlen.

Meister Eckharts Leiden ohne Warum (sunder warumbe) weiß um dieses selbstsüchtiges Leiden, warnt im Buch der göttlichen Tröstung davor und schlägt einen ganz anderen Weg ein: wem es gelingt, in seinem seelischen Schmerz von allen Ursachen abzusehen und ohne Grund zu leiden, der kann darin die ursprüngliche Freude entdecken, sich zu spüren. Dieser ursprüngliche Genuss, von dem Nietzsche einige Jahrhunderte später als Amor fati reden wird, erschließt ein Freude am Leben, weil man lebt. Dieser sehr einfachen wie ebenso höchst komplizierten Gleichung wird anhand von Meister Eckhart (1260 – 1328), Johannes Tauler (1300 – 1361), Katharina von Siena (1347 – 1380) und Johannes vom Kreuz (1542 – 1591) nachgegangen.

onomato Verlag Düsseldorf

Autor: Sebastian Knöpker

Sprecher: Axel Grube

ISBN 978-3-944891-45-3

9.80 €